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Vor 80 Jahren bekam die Schweiz einen General

Am 30. August 1939 wurde Henri Guisan (1874-1960) von der Vereinigten Bundesversammlung zum General der Schweizer Armee gewählt. Erinnerungen an einen grossen Schweizer.

Von Dominik Lusser, Stiftung Zukunft CH

Dargestellter Ort: Visp VS Fotograf: Strübin, Theodor Copyright: Archäologie und Museum Baselland Lizenzbedingungen: CC BY-SA 4.0


Der Sohn eines Landarztes aus dem waadtländischen Mézières hatte seine Mutter schon kurz nach seiner Geburt verloren. Ab dem Alter von 20 Jahren kletterte der junge Landwirt die Leiter der Offiziersgrade in der Schweizer Armee empor, angefangen vom Leutnant bis zum Oberstkorpskommandanten. Als im Sommer 1939 die Lage in Europa eskalierte, wurde der Romand mit einem Glanzresultat (204 von 229 gültigen Stimmen) zum General gewählt – einem Dienstgrad, den es in der Schweizer Armee nur im Kriegsfall gibt.

Zwei Tage nach seiner Wahl brach durch den Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg aus, in dessen Verlauf fast 60 Millionen Menschen ihr Leben verlieren sollten. Die Schweiz blieb vom Kriegsgeschehen verschont. Doch das konnte damals noch niemand ahnen. Guisan befahl dem Gros der Armee am 4. Oktober 1939 den Bezug der sogenannten Limmatlinie (Sargans - Zürich - Villigen - Gempen), um einen Angriff aus dem Norden und eine Umgehung der französischen Maginotlinie durch die Schweiz abwehren zu können. Nach dem Zusammenbruch Frankreichs im Frühjahr 1940 änderte Guisan die Strategie. Nun stand im Vordergrund, im Falle eines Angriffs Nazideutschlands von der Grenze weg zu kämpfen, vor allem aber die Alpenfestung „Reduit“ so lange wie möglich zu halten und im äussersten Fall die Alpentransversalen zu zerstören, um so dem Gegner empfindlichen Schaden zuzufügen. In der letzten Kriegsphase, als die Alliierten im Juni 1944 in der Normandie gelandet waren, schickte Guisan das Gros der Armee an die Aussengrenzen, um Neutralitätsverletzungen zu verhindern.

Die Persönlichkeit Henri Guisan zeichnete sich dadurch aus, dass er es immer wieder verstand, den Wehrwillen der Schweizer Soldaten und der Bevölkerung zu stärken. Dies machte ihn auch zu einem Felsen der moralischen Landesverteidigung. Nach Einschätzung des Militärhistorikers Jürg Stüssi-Lauterburg war Guisan „nicht bloss, nicht einmal in erster Linie, der kluge strategische Entscheidungsträger.“ Guisan hätte vielmehr so etwas wie die Seele des Landes verkörpert. „Dass Guisan eine solche Stellung erreichen und sich seine Reputation halten konnte, hängt zusammen mit seiner Rolle als Kulturträger. Der Oberbefehlshaber verkörperte in den Augen eines grossen Teils der Schweizerinnen und Schweizer Werte und Lebensart.“ Der Waadtländer sei als „echt“ wahrgenommen worden. Auch suchte er, wie viele Quellen übereinstimmend berichten, entgegen damaliger Gepflogenheiten den Kontakt zum einfachen Soldaten und den unteren Offiziersgraden. So lud er alle Kommandanten ab Stufe Bataillon und Abteilung am 25. Juli 1940 zum legendären Rütli-Rapport, wo er die Reduit-Strategie ankündigte.

Guisan verstand es Stüssi-Lauterburg zufolge wie nur wenige, die richtigen, vertrauenswürdigen und diskreten Mitarbeit um sich zu versammeln: „Mit Menschen, die keinen anderen Ehrgeiz haben, als den General in die Lage zu versetzen, mutig das Richtige zu tun, elegant das Notwendige zu sagen.“ Was war Guisans Geheimnis? Dem Militärhistoriker zufolge ist es die Menschlichkeit des Oberbefehlshabers. „Immer gab der General Antwort, immer verständnisvoll, immer als Freund. Seinem kranken Ersten Adjutanten schrieb er in einer besonders kritischen Phase des Aktivdienstes, er solle sich schonen: ‚La santé passe avant tout.‘“ War Guisan verhindert, antwortete seine Frau, Mary Guisan-Doelker: „Ohne Dank blieb kein Brief, keine Notiz, keine noch so kleine Aufmerksamkeit.“

Guisan war auch ein tiefgläubiger Mensch, wie beispielsweise sein Weihnachtsbrief von 1940 an die Schweizer Soldaten zeigt, auf den Urban Fink-Wagner, Geschäftsleiter der „Inländischen Mission“, jüngst wieder aufmerksam gemacht hat: „Wir werden der Zukunft die Stirne bieten mit dem Glauben und dem Mut, den wir von unseren Vätern ererbt haben und den wir unseren Söhnen hinterlassen.“ Der General gab zu bedenken, dass Gott bis heute die Schweiz beschützt habe und forderte die Soldaten auf: „Vereinigt, in enger Verbundenheit mit den übrigen Miteidgenossen, an der heutigen Weihnacht die Bitte an Ihn, er möge unsere Heimat weiterhin erhalten und beschirmen.“ Auch habe der Protestant Guisan, so Fink-Wagner, im November 1940 dem populären katholischen Feldpredigerhauptmann Josef Konrad Scheuber offenbart, dass er jeden Morgen auf den Knien mit gekreuzten Armen das „Unser Vater“ bete: „Etwas Besseres fällt mir nicht ein. So taten es die alten Eidgenossen vor der Schlacht, so tue ich es jeden Tag.“

Bei seinem letzten Armeerapport am 19. August 1945 im Park von Schloss Jegenstorf erwies sich Guisan als realistischer Kenner der Kurzlebigkeit des Zeitgeistes, als er seinen Offizieren erklärte: „Die Dankbarkeit ist kein Gefühl von langer Dauer. Und wenn die öffentliche Meinung Ihre Verdienste um die Erhaltung der Freiheit des Landes heute noch würdigt, so kann doch diese Anerkennung bald verblassen. Nur in bescheidenem Masse werden Sie mit dem Aktivdienst als einem moralischen Kapital rechnen können – so schön und so kostbar Ihre, unsere Erinnerungen an diese Zeit auch sind. Genau genommen zählt dieses Kapital nur für Sie selbst und für Ihre Kameraden.“

In die Zukunft blickend, mahnte er: „Sicherlich werden neue Herausforderungen kommen, die sich in Zukunft allen Nationen stellen werden und denen sich unser Volk nicht wird entziehen können. Doch wie global diese Probleme auch sein mögen, wir werden immer eine Schweizer Lösung finden. Alles was wir bisher an Nützlichem und Beständigem zustande gebracht haben, ist aus Schweizer Lösungen und Schweizerischem Denken hervorgegangen. Diese werden für uns immer am besten und sachdienlichsten sein.“

Am 7. April 1960 verstarb Henri Guisan 86-jährig und wurde am 12. April in Pully beigesetzt. Im ganzen Land läuteten die Kirchenglocken und etwa 300‘000 Personen erwiesen ihm die letzte Ehre. Bis heute ist die gute Erinnerung an den (bisher) letzten Schweizer General geblieben. 2011 wurde er vom Publikum des Westschweizer Fernsehens TSR zum „Romand des Jahrhunderts“ gewählt.

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Der Autor hat Philosophie und Soziologie studiert und leitet den Fachbereich Werte und Gesellschaft bei der Stiftung Zukunft CH: www.zukunft-ch.ch


Stopp dem Missbrauch der Rütliwiese

Die Vereinigung «Neuer Rütlibund» hat sich in den letzten Jahren immer wieder mit der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) auseinandergesetzt. Es war und ist für uns nicht akzeptabel, dass die SGG eigenmächtig und ohne offiziellen Auftrag eine neue Nationalhymne (ohne Gottesbezug!) in Auftrag gab und seit Jahren propagiert. Das Lied mit dem Titel «Weisses Kreuz auf rotem Grund» liess sich die SGG auch einiges kosten. Seit 2013 wurden 826'880 Franken an Spendengeldern ausgegeben.

Es stellt sich die Frage, was die SGG erreichen will. Das Ziel wurde im Geschäftsbericht 2016 wie folgt umschrieben: «Sobald er (das SGG-Lied) so beliebt sein wird wie der «Schweizerpsalm», soll er dem Parlament und dem Stimmvolk zur Wahl unterbreitet werden.» Wenn eine ganz normale Organisation so agiert, könnte es noch akzeptiert werden. Aber bei der SGG handelt es sich immerhin um die Verwalterin der Rütliwiese und sie lässt ihr Lied jeweils an den 1. August-Feierlichkeiten singen. Diesem Missbrauch der Rütliwiese können wir nicht tatenlos zusehen.

Die Vereinigung «Neuer Rütlibund» hat deshalb dem Bundesrat einen Brief geschrieben und ihn aufgefordert, der SGG die Verwaltung der Rütliwiese zu entziehen und einer neu zu gründender, paritätisch zusammengesetzter Stiftung zu übertragen.



Polemik der SGG

Die Rütliverwalterin wirft Kritikern ihrer Alternativhymne «Zwängerei» und «Respektlosigkeit» vor. Bei genauerer Betrachtung fallen diese Unterstellungen auf den Urheber zurück.

Seit 2013 versucht die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) eine eigene Hymne durchzudrücken. Ihr Ziel ist klar und wurde im Geschäftsbericht 2016 festgehalten: «Sobald er (das SGG-Lied) so beliebt sein wird wie der «Schweizerpsalm», soll er dem Parlament und dem Stimmvolk zur Wahl unterbreitet werden.» Für diese Alternativhymne wurde nie ein offizieller Auftrag erteilt, es besteht kein Bedürfnis und die SGG hat mittlerweile 826'880 Franken an Spendengeldern dafür ausgegeben. Selbst bei neutraler Betrachtung kann deshalb nur von Zwängerei gesprochen werden.

Die Rütliwiese hat für die Schweiz eine zentrale Bedeutung. Auf dieser Wiese wurde mit dem Rütlischwur die Eidgenossenschaft gegründet und General Guisan hat mit dem Rütlirapport die Befehle über die Verteidigung des Landes gegen die totalitären Achsenmächte herausgegeben. Und dieser bedeutsame Ort wird von der SGG-Verwaltung missbraucht um ihr Liedchen zu propagieren. Dieses Verhalten zeugt von einem grossen Mass an Respektlosigkeit.

Deshalb ist die Vereinigung «Neuer Rütlibund» der Überzeugung, dass der SGG die Verwaltung der Rütliwiese entzogen und einer noch zu gründenden, paritätisch zusammengesetzten Stiftung übertragen werden sollte.

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Erfolgreiche Petition Kreuz bleibt eingereicht

Es werden immer häufiger Forderungen laut, dass christliche Symbole aus dem öffentlichen Raum entfernt werden sollen. So beispielsweise aus Abdankungshallen, Berggipfeln oder Schulräumen. Dagegen wehrt sich der Neue Rütlibund. Der Staat hat gemäss Bundesverfassung religiös neutral zu sein. Aber der öffentliche Raum ist nicht der Staat. Der öffentliche Raum darf und soll ein Spiegelbild unserer christlich geprägten Geschichte, Identität, Kultur, Tradition und Werte sein und bleiben. Dazu gehören auch christliche Symbole. Deshalb sollen sie im öffentlichen Raum ohne Vorbehalte erhalten bleiben und neu platziert werden dürfen.

Deshalb hat der Neue Rütlibund die erfolgreiche Petition Kreuz bleibt lanciert. Die Resonanz und die eingegangene Anzahl Unterschriften bestätigen uns, dass ein wesentlicher Teil der Bevölkerung für den Erhalt von christlichen Symbolen im öffentlichen Raum einsteht. Weder Gericht noch Staat dürfen die Menschen in unserem Land bevormunden und ihrer Identität berauben.

Wir freuen uns mitteilen zu können, dass die Petition Kreuz bleibt mit genau 25'049 Unterschriften dem Bundesrat übergeben werden konnte.

Pirmin Müller, der Präsident des Neuen Rütlibundes, sagt dazu: «Die erfolgreiche Petition Kreuz bleibt zeigt, dass der Erhalt von christlichen Symbolen für sehr viele Menschen ein grosses Anliegen ist. Wir müssen nun eine ernsthafte Diskussion führen, wo der öffentliche Raum anfängt und wo der Staat aufhört. Es darf nicht sein, dass Einzelpersonen und Kleinstorganisationen ihre Ideologien über den Staat und/oder Gerichte durchsetzen und damit der Mehrheit der Menschen in unserem Land aufzwingen. Die wiederholten Eingriffe in die Glaubens- und Gewissensfreiheit müssen aufhören.»

Petition Kreuz bleibt eingereicht

Neuer Rütlibund lanciert «Petition Kreuz bleibt.»

Es werden immer häufiger Forderungen laut, dass christliche Symbole aus dem öffentlichen Raum entfernt werden sollen. So beispielsweise aus Abdankungshallen, Berggipfeln oder Schulräumen. Meist sind diese Forderungen mit einem Appell an den Staat oder Gerichte verbunden, die religiöse Neutralität zu wahren und durchzusetzen.

Der Neue Rütlibund weist diese Forderungen energisch zurück. Der Staat soll, ja muss religiös neutral sein. Aber der öffentliche Raum ist nicht der Staat. Der öffentliche Raum darf und soll ein Spiegelbild unserer christlich geprägten Geschichte, Identität, Kultur, Tradition und Werte sein und bleiben. Dazu gehören auch christliche Symbole. Deshalb sollen sie im öffentlichen Raum ohne Vorbehalte erhalten bleiben und neu platziert werden dürfen. Ein wesentlicher Teil der Bevölkerung teilt diese Haltung. Weder Gericht noch Staat darf die Menschen in unserem Land bevormunden und seiner Identität berauben.

Der Neue Rütlibund hat deshalb die «Petition Kreuz bleibt.» lanciert. Wir wollen mit der Petition ein deutliches und kraftvolles Zeichen setzen, dass christliche Symbole im öffentlichen Raum ihren Platz haben.